• Markus Waitschies

Wie kranke Mitarbeiter plötzlich gesund werden

Hamburg, 28. August 2019 – Ärgern Sie sich als Unternehmer auch manchmal über bestimmte Mitarbeiter, die häufig krank sind? Lesen Sie, wie ein alter Freund von mir in seinem Betrieb mit mehr als 400 Mitarbeitern damit umgegangen ist.


"Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man als Arbeitnehmer nach sechs Wochen Krankheit eine neue Bescheinigung mit einer neuen Krankheit vorlegt", erzählte er mir am Telefon.


Die Folge: Normalerweise endet nach sechs Wochen Krankheit die Zahlungs-Verpflichtung für die Arbeitgeber. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt die Krankenkasse. Doch das ändert sich, wenn es um eine neue Krankheit geht. Dann beginnt das Spiel von vorn: Wieder sechs Wochen Arbeitgeber-Brutto zahlen, bis zur nächsten Diagnose.


"Mir ist das zu bunt geworden", sagte mein Freund. "Ich habe aber nicht gekündigt. Ich habe einfach kein Geld mehr für die Wochen der Krankheit gezahlt."


Und was passierte dann?


Natürlich hat sich ein Anwalt des kranken Arbeitnehmers gemeldet und den Lohn gefordert. Den hat der Unternehmer aber immer noch nicht gezahlt – und erklärt, er bezweifle, dass der Kollege krank gewesen sei. Der Arbeitnehmer war gezwungen, Klage zu erheben.


Vor Gericht hat es der Arbeitnehmer dann relativ einfach, an sein Geld zu kommen. Er legt die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (früher: gelber Schein") für die Tage der Krankheit vor. Das Gericht fragt dann den Arbeitgeber, ob er Tatsachen benennen kann, die den "Beweiswert" dieser Bescheinigung "erschüttern". Und wenn der Arbeitnehmer nicht gerade selbst eine Auto-Ralley gefahren ist (das habe ich erlebt!) oder sich beim Triathlon verausgabt hat, hält die Bescheinigung – und der Arbeitgeber wird verurteilt!


Und was bringt dann diese Vorgehensweise?


Ganz viel!


1. Der Arbeitnehmer muss seinem Geld hinterher rennen.

2. Er kann möglicherweise Rechnungen nicht zahlen – das tut weh.

3. Er muss – wenn er keine Rechtsschutzversicherung hat – die Kosten seines Anwaltes in erster Instanz selber zahlen. Das tut noch mehr weh.

4. Der Arbeitgeber kann sich auch selbst vertreten. Er muss noch nicht einmal einen Anwalt einschalten.

5. Geht der Arbeitgeber in Ausnahmefällen immer wieder so vor, spricht sich das im Betrieb herum.


Fazit: Es wird einfach viel zu umständlich, krank zu sein und dann sein Geld zu bekommen.


Und dieses Vorgehen funktioniert tatsächlich. Ein anderer Unternehmer, der davon hörte, hat es genauso gemacht. Die Krankmeldungen sinken in seinem Betrieb gerade drastisch.


Haben Sie weitere Fragen? Möchten Sie wissen, welche vertraglichen Instrumente es gibt, Gesundheit zu fördern und die Krankentage zu reduzieren?


Rufen Sie uns an: 040 3500 400.

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